Hintergrundinformationen

Hintergundinformation

Mehr als 10% der Bevölkerung leiden unter Depression und/oder Angsterkrankung (Grandes et al., 2011; Kroenke et al., 2007; Baer et al., 2013). Der Hausarzt/ die Hausärztin ist dabei für viele die erste und oftmals die einzige Ansprechperson.

Depressionen und Angsterkrankungen sind nicht nur für das erkrankte Individuum und sein direktes Umfeld, sondern auch für die Gesellschaft und Volkswirtschaft von beträchtlicher Bedeutung. Die WHO prognostiziert für das Jahr 2020, dass Depressionen bezüglich der damit verbundenen Belastung eine der wichtigsten Erkrankungen überhaupt und in Zukunft mindestens die zweitschwerste Pathologie weltweit sein wird (WHO 2001).

Obwohl gerade bei Depression und Angsterkrankungen wirksame Behandlungsmethoden (S3 Leitlinien) existieren, ist es nicht einfach diese Patienten/innen zu identifizieren sowie dieser Patientengruppe ein gutes Versorgungsangebot zu bieten.

Als Mittel zur Identifikation von Patienten/innen mit depressiver oder Angstsymptomatik können kurze Screeningbögen (PHQ-4, PHQ-9 und GAD-7) dienen. Innerhalb von 2 Minuten kann verlässlich erfasst werden, ob weitere Abklärungen bzgl. einer Depression oder Angsterkrankung von Nöten sind. Lässt man den Patienten/ die Patientin z.B. vor der Konsultation den PHQ-9 oder GAD-7 ausfüllen, erhält der Behandler/ die Behandlerin einen schnellen Überblick über das psychische Befinden des Patienten/ der Patientin. Wird ein solches Instrument, nebst einem niederschwelligen Vernetzungsangebot, als Teil der Regelversorgung eingeführt, kann dies zur Entstigmatisierung psychischer Probleme beitragen, sowie deren Thematisierung und die Inanspruchnahme adäquater Unterstützung begünstigen. In der Regel verfügen Patient/in und Arzt/ Ärztin über ein gewachsenes Vertrauensverhältnis - und das braucht es, wenn man über seelische Probleme sprechen möchte. Hausärzte/innen können dabei eine Art Türöffner sein, gerade weil psychisch kranke Menschen oft stigmatisiert werden und sich daher oftmals scheuen, solche Probleme überhaupt anzusprechen. Daher braucht es niederschwellige Angebote wie Früherkennungsscreenings und die Fachstelle Psychische Gesundheit. Denn durch die Vernetzung bzw. Zusammenarbeit mit anderen Fachpersonen können Zugangsbarrieren enorm gesenkt werden. Der Schwerpunkt der Fachstelle liegt auf der Unterstützung und Beratung für Sie als Primärbehandler/in sowie auf einem für den jeweiligen Patienten/ die jeweilige Patientin abgestimmten Versorgungsangebot.